Die ganze Welt will Windkraft - Onshore wie Offshore

Windenergie in Österreich - Onshore

1.191 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2.632 MW drehen sich in Österreich Anfang 2017, somit können alle österreichischen Windkraftanlagen bereits 9 % des heimischen Strombedarfs erzeugen. Rund die Hälfte davon trägt die Handschrift der EWS Consulting GmbH. Während 2015 noch 108 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 322 Megawatt (MW) und einem Investitionsvolumen von 530 Millionen Euro errichtet wurden, waren es 2016 nur noch 75 Anlagen mit rund 240 MW. Aufgrund der extremen Verwerfungen am Strommarkt wird damit gerechnet, dass im Jahr 2017 lediglich 60 Windkraftanlagen (ca. 198 MW) errichtet werden. 

Die jährliche heimische Stromproduktion aus Windkraft ist so groß wie der Stromverbrauch von 1,6 Millionen Haushalten. Das heißt, dass rund 40 % aller österreichischen Haushalte mit sauberem Windstrom versorgt werden können. Zudem werden durch die Windenergie 3,4 Mio. Tonnen CO2 eingespart, so viel wie 1,5 Mio. PKWs ausstoßen. Burgenland und Niederösterreich zeigen vor, wie schnell das Ziel erreicht ist, durch Windkraft den importierten Atomstrom aus dem Stromnetz zu verdrängen. Im Burgenland wurden 1997 die ersten Windenergieanlagen im nordburgenländischen Zurndorf errichtet. Mit der 2. Windausbauinitiative schaffte es das Burgenland 2013 den gesamten burgenländischen Strombedarf aus erneuerbarer Energie zu erzeugen und wurde damit in Sachen „Erneuerbare Energie“ zu einer europäischen Vorzeigeregion.  

Eine Studie „Das realisierbare Windpotential Österreichs für 2020 und 2030 zeigt das umsetzbare Windenergiepotential bis 2030 auf. Bis 2020 könnte demnach bereits 13,5 % des heimischen Stromverbrauchs mit Windenergie gedeckt werden. Bis 2030 geht die Potentialstudie von einer Verdopplung der Windstromproduktion aus. Damit würden alle Windkraftanlagen 24 % des österreichischen Stromverbrauchs erzeugen. Damit wäre Österreich 2030 in der Lage den gesamten Stromverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern zu erzeugen.

10 % Windstrom für Oberösterreich - Onshore

Auch in Oberösterreich soll der Atomstrom durch Windkraft aus dem Netz gedrängt werden. An ausgewählten Standorten in Oberösterreichs Wirtschaftswäldern sind Top-Winderträge zu erwarten. Die prognostizierten Stromerträge liegen im europäischen Mittelfeld und entsprechen ca. 80 % der Binnenlandstandorte Europas. 
Die EWS Consulting rechnet vor, dass mit einem Windpark pro Bezirk (oder 144 Windrädern mit einer Leistung von 433 MW) das Ziel erreicht werden kann.

Windenergie in Europa – Offshore und Onshore

In Europa sind Ende 2015 Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 147.722 MW in Betrieb. Durch den kontinuierlichen Zubau der Windenergie hat Ende 2014 die Windenergie die Atomkraft (120.208 MW) in Europa überholt. Die Windkraftwerke der EU erzeugen in einem durchschnittlichen Windjahr so viel Strom um 11,4 % des europäischen Stromverbrauchs zu decken.

2015 waren bereits 77 % der neuen Erzeugungskapazität in der EU aus erneuerbaren Energien. 44 % davon sind auf die Windenergie zurückzuführen.

Weltweit Windkraftleistung

Mit einem Zubau von 63.000 MW Windkraftleistung wurden noch nie so viele Windräder weltweit errichtet wie 2015. Weltweit erzeugen Windräder mit einer Leistung von knapp 435.000 MW in mehr als 100 Ländern knapp 5% des internationalen Stromverbrauchs. Die weltweite Windkraftleistung stieg somit um 17 %.

Rund die Hälfte des Windkraftausbaus fand 2015 in China statt. Asien hat Europa endgültig beim Windkraftausbau überflügelt. 2015 verweist Asien mit mehr als 175.000 MW installierter Windkraftleistung Europa mit 148.000 MW auf den zweiten Platz. Europa konnte nur mehr ein Fünftel zum internationalen Windkraftausbau beitragen. Auch der Ausbau in Nordamerika (11.000 MW) reicht mittlerweile fast an Europa (14.000 MW) heran.

Der neue Ausbaurekord zeigt was möglich ist, wenn passende Rahmenbedingungen vorhanden sind.

Quelle: IGW

Offshore

Windparks, deren Fundamente in der See stehen (in Deutschland in Nord- oder Ostsee) werden im Gegensatz zu Onshore-Windparks als Offshore-Windparks bezeichnet. Sie nutzen den dort kontinuierlicher auftretenden Wind. Bisher wurden sie keinesfalls auf „hoher See“, sondern ausschließlich auf dem Festlandsockel errichtet.

2015 wurden in der gesamten EU 754 Offshore Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.019 MW in Betrieb genommen. Damit stehen in Europa bereits 3.230 Offshore-Windräder (82 Windparks) mit einer Gesamtleistung von 11.027 MW. Dies entspricht rund 8 % der gesamten europäischen Windkraftleistung. Alle Offshore-Windräder erzeugen so viel Strom, wie 1,5 % des europäischen Stromverbrauches. Im letzten Jahr wurden 18 Milliarden Euro in den Windkraftausbau in europäischen Meeren investiert.

Hohe Errichtungskosten

Experten sind der Meinung, dass trotz der positiven Entwicklung beim Offshore Ausbau der Schwerpunkt des europäischen Windkraftausbaus an Land stattfinden wird. WEAs im Meer produzieren zwar mehr Strom als in österreichischen Wirtschaftswäldern wie z.B. im Kobernaußerwald, die Investitions- und Wartungskosten sind jedoch wesentlich höher. Fakt ist, dass die Stromerzeugungskosten im Offshore-Bereich um mehr als 50 % höher als z.B. beim Projekt Munderfing/OÖ sind.

Wirtschaftsfaktor für österreichische Unternehmen

Österreichischen Unternehmen sind im Offshore-Windgeschäft ganz vorne mit dabei. Einige Firmen sind Weltmarktführer in ihrer Sparte. So zum Beispiel das Unternehmen Palfinger mit Stammsitz in Salzburg, das Gondelkräne für Offshore-Windräder produziert. Die österreichische Zulieferindustrie exportiert jährlich Windkraftanlagenteile im Wert von weit mehr als 500 Mio Euro.

Unterschiedliche Windkraft-Ausbauszenarien zeigen, dass ein Ausbau nach Vorgaben des Nationalen Aktionsplanes für Erneuerbare Energie bis zum Jahr 2020 Investitionen im Wert von 2,8 Milliarden Euro mit sich bringen und rund 36.500 Arbeitsplätze schaffen würde. Zudem könnten jährlich 3 Millionen Tonnen CO2 Emissionen vermieden werden, was wiederum 70 Millionen / Jahr an CO2 Kosten einsparen würde.

Quelle: Europäische Windenergieverband (EWEA), IGW