Ing. Gerhard Lamprecht

Foto gerhard lamprecht seitenblick

Gerhard Lamprecht ist gebürtiger Ostermiethinger und ausgebildeter Starkstrom- und Nachrichtentechniker. Er hat mehr als 20 Jahre für die OKA (jetzt Energie AG) gearbeitet, bis er schließlich seiner Berufung folgte und einen Weg suchte seine Fähigkeiten im Bereich der Erneuerbaren Energien einzusetzen. So ist er 2002 zur EWS gekommen.

Ab 2003 gab es das erste bundesweit gültige Ökostromgesetz. Dies ermöglichte erstmals einen umfangreicheren Ausbau der Windenergie in Österreich. Das stellte die Windparkbetreiber und die Netzbetreiber vor neue Herausforderungen. In diesem Um- bzw. Spannungsfeld fühlte sich Gerhard Zuhause, da er die „Sprache“ beider Seiten verstand und sich in die jeweilige Seite gut einfühlen konnte. Heute steht zum Beispiel im Brucker Becken eines der größten Umspannwerke für die österreichische Windenergie auf einem ursprünglich von ihm vorgeschlagenen Platz. Ab 2006 war Gerhard bei internationalen Projekten, etwa in Bulgarien und Rumänien im Einsatz.

Seit 2014 sind seine Hauptaufgabenbereiche die technische Betriebsführung des Windparks Munderfing und die Unterstützung der KollegInnen bei Fragen zu Netzanbindungen. In letzter Zeit vermehrt zum Repowering jener Projekte, bei denen er bereits bei der Ersterrichtung maßgeblich mitwirkte.

Um sich – gemeinsam mit seiner Frau Rosina – dem „Pilgern für Schnecken“ vorwiegend als Guide, ausreichend widmen zu können, ist er seit einigen Jahren in Teilzeit für Windenergiebelange tätig.

Interview

Es heißt du bist ein wandelndes Lexikon über Umspannwerke in Österreich?

Natürlich weiß ich aufgrund meiner langen Tätigkeit viel über Hochspannungsleitungen und Umspannwerke, wo sie verlaufen bzw. wo sie stehen. Aber ich habe auch ein persönliches Interesse daran und so wie sich andere die höchsten Berge merken, bin ich ganz gut in Sachen Hochspannungsleitungen und Umspannwerke.

Was war für dich die spannendste Zeit bzw. das tollste Projekt bei der EWS und warum?

Es gab viele spannende Projekte für mich, ein besonderes war sicher Sternwald I. Das war 2003 und ich war knapp ein halbes Jahr bei der EWS. Als ich das erste Mal als Projektzuständiger für die Errichtung zum Standort der geplanten Anlage kam, dachte ich mir „wie soll das gehen?“ Wir befanden uns auf etwas über 1000 Meter Seehöhe auf einem Hügel, mitten im Wald, völlig abgelegen. Man kann sagen ich stand sprichwörtlich im Wald.

2 Jahre später kamen mit dem Projekt Sternwarld II weitere 6 Anlagen dazu. Hier bestand eine Herausforderung darin, die Anlagen passgenau an der österreichisch – tschechischen Grenze zu platzieren. Die Grenzlinie verläuft hier nicht schnurgerade und die Rotorblätter sollten nicht über die Grenze reichen.

In guter Erinnerung ist mir noch ein Gespräch mit dem Förster, dem Vertreter des Grundstücksbesitzers. Er meinte, die vielen Fichten hier sind nicht wertvoll, da brauchen wir bezüglich Rodungen nicht viel überlegen, aber die wenigen Buchen sollten wir – wenn irgend möglich – verschonen und stehen lassen. So gab und gibt es immer auch spezielle Wünsche, die Rücksichtnahme und flexible Lösungen verlangen.

Was ist dein Wunsch für die Zukunft der Windenergie?

Dass es schlichtweg mehr Windenergieanlagen zur sauberen Stromerzeugung gibt! Die Menschen sollen ihre Energie dazu verwenden wie etwas positiv umgesetzt werden kann - auch wenn es momentan schwierig erscheint – und nicht dauernd nachdenken warum etwas nicht gehen kann und wie es verhindert oder blockiert werden kann.

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