Joachim Payr

Joachim Payr

Vor mehr als 20 Jahren hat er in seinem Garten ein kleines Windrad aufgestellt, mit einem Kilowatt Leistung und drei Metern Rotordurchmesser. Den erzeugten Strom hat er unerlaubterweise ins Netz eingespeist. Heute ist Joachim Payr Geschäftsführer der EWS Consulting GmbH. Aus einer Spielerei und Träumerei ist sein Beruf geworden.

Interview

Was hat dich ursprünglich angetrieben dich mit Windenergie zu befassen?

Angefangen hat das mit der bayrischen Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, gegen die wir Atomkraftgegner sehr aktiv protestiert haben. Mir persönlich war es aber zu wenig, nur dagegen zu sein. Ich respektiere alle Menschen, die einfach nur ihren Unmut über diesen fossilen und atomaren Wahnsinn äußern, aber ich selber wollte die Alternativen voranbringen. Am meisten fasziniert hat mich die Windenergie, und die habe ich dann zu meiner Lebensaufgabe gemacht.

Und wie wurde daraus dann ein ernstzunehmender Beruf?

Ursprünglich habe ich Technischer Zeichner im Bereich Elektrotechnik und Maschinenbau gelernt. Als ich und einige andere begonnen haben, uns für die Windenergie zu interessieren, haben wir uns schlau gemacht, geschaut was in Deutschland passiert und uns selber weitergebildet. Bald darauf haben wir unser Unternehmen gegründet, das ich dann mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Lauf der Jahre zu seiner jetzigen Größe mit aufgebaut habe.

Klingt sehr einfach, war aber sicher auch ein steiniger Weg?

Ich bin wirklich stolz darauf, was wir Windkraft-Menschen hier in Österreich geleistet und erreicht haben. Denn am Anfang wurden wir nur belächelt, vor allem von den etablierten Energieversorgern. Und wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass wir 2016 rund 9 % des österreichischen Strombedarfs mit Windenergie erzeugen werden, hätte auch ich gesagt: Du spinnst ja.

Hast du schon alle deine angestrebten Ziele erreicht?

Für mich war es immer ein Ziel, dass wir mit unserem Unternehmen für die Betreiber so viele Windkraftprojekte planen und umsetzen, wie die Leistung des AKW Zwentendorf gewesen wäre. Diese 700 Megawatt haben wir aber vor einigen Jahren schon erreicht. Ich habe für mich jetzt ein neues Ziel definiert – dass die Windkraftanlagen, die wir umsetzen, einmal in Summe so viel Strom erzeugen, wie wir in Österreich für die Umstellung aller PKWs auf Elektromobilität brauchen würden. 1.400 Megawatt haben wir bisher schon geplant, diese müssten wir dafür aber verdoppeln.

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