Ing. Gerhard Steindl, MSc

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Gerhard Steindl gehört zu den Urgesteinen der österreichischen Windenergiebranche, ist zwar richtig, klingt aber antiquiert. Zutreffender möchten wir ihn als Vorreiter des Ideals einer dekarbonisierten Wirtschaft bezeichnen, zukunftsweisend und besser seiner Lebensphilosophie entsprechend. Gerhard war 1993 einer der ersten, der das Kolleg für Umwelt- und Energieberatung in Linz absolvierte. Heute würde man sagen, er war 1993 Mitbegründer eines Start-ups, der EWS, die als Antwort auf „Atomkraft nein danke“ Energiesparberatungen durchführte und sich für Erneuerbare Energie einsetzte. Bald wurde Windenergie zu Gerhards beruflichem Schwerpunkt und Lebensinhalt. Stets nach Neuem strebend, erwarb er 2017 mit dem Abschluss des Universitätslehrgangs Business Manager/in am MOT der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt nicht nur den Titel eines „Master of Science“ sondern auch ein solides theoretisches Fundament für seine weiteren Aktivitäten zur Umsetzung von Klimaschutz.

Interview

Gerhard, du ziehst dich von deiner Arbeit für die Windbranche aus der EWS Consulting zurück und startest etwas Neues. Was hast du geplant?

Ich möchte Unternehmen helfen, frei von Treibhausgasemissionen (THGE) zu wirtschaften. Wir beginnen damit, Unternehmen bei der Erstellung ihres Corporate Carbon Footprint zu unterstützen. Somit schaffen wir eine steuerbare Messgröße zur Festlegung von Zielen und zur Bewertung durchgeführter Maßnahmen. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam mit den Unternehmen eine „Post Fossil Strategy“. Das heißt, wir überlegen Maßnahmen, mit deren Hilfe Schritt für Schritt alle THG- Emissionen vermieden werden.

Was ist dein Ziel?

Als ich 1993 begonnen habe, mich mit Windkraft zu beschäftigen, habe ich nicht für möglich gehalten, dass in Österreich einmal 10 % des Gesamtstromverbrauchs aus Windkraft kommen. 2030 möchte ich sagen können: „Ich habe 2017 nicht geglaubt, dass Österreich es schafft, seine THGE mehr als zu halbieren, bereits über 10 % aller Betriebe keine THGE verursachen, praktisch alle Betriebe am Ziel THG-frei zu wirtschaften arbeiten und die EWS schon 1000 Betriebe auf ihrem Weg unterstützt hat.“ – Werde ich mich wieder täuschen und es geht viel schneller?

Wasser predigen und selbst Wein trinken. Das ist sicher nicht deine Art! Wie schaffst du es privat, ein THG-freies Leben zu führen?

Es ist eine Herausforderung und gleichzeitig eine Bereicherung, sich dafür zu engagieren. Wir wohnen seit 11 Jahren in einem Niedrigenergiehaus und decken unseren Wärmebedarf durch Solarthermie und Biomasse. Seit einiger Zeit bin ich mit einem Elektroauto unterwegs. Der Strom kommt natürlich aus unserer PV-Anlage und aus Windstrom. Besonders freut uns auch, dass wir „0-km“ Gemüse aus dem eigenen Garten ernten und genießen dürfen.

 

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