Windenergie in Baden-Württemberg

Am 27.03.2011 wurde ein neuer Landtag gewählt und es wurde eine grün-rote Landesregierung gebildet. Das hatte positive Folgen für die Windkraftnutzung im Land. Im Koalitionsvertrag zwischen den neuen Regierungsparteien GRÜNE und SPD vom 09.05.2011 heißt es zum Thema Windenergie:

„Wir werden die von früheren Landesregierungen betriebene Blockade beim Ausbau der Windenergie beenden. Stattdessen werden wir der Windkraft im Land den Weg bahnen. Wir wollen bis 2020 mindestens 10 Prozent unseres Stroms aus heimischer Windkraft decken. Wir werden zu diesem Zweck das Landesplanungsgesetz ändern und potenziellen Investoren klare Perspektiven geben.“

Legt man derzeitige Standardanlagen (3 MW mit 1.800 Volllaststunden) zu Grunde, so werden für das hier genannte 10%-Ziel landesweit ca. 1.200 Anlagen benötigt. Bei größerer Leistung oder bei besseren Standorten (= mehr Volllaststunden) sind (deutlich) weniger Anlagen erforderlich.

In verschiedenen Bereichen hat die Landesregierung Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele ergriffen, unter anderem, die Novellierung des Landesplanungsgesetzes und den Windenergieerlass, welcher am 09.05.2012 in Kraft gesetzt wurde. Nach dem Vorliegen fast aller Flächennutzungspläne, in denen die Konzentrationszonen für Windenergieanlagen definiert sind, ist seit 2014 ein deutlicher Zuwachs (zumindest bei den Genehmigungen) von Windenergieanlagen im Land festzustellen.

Ende 2014 waren in Baden-Württemberg ca. 400 Windenergieanlagen in Betrieb, die zusammen etwa 1 % des Bruttostromverbrauchs abdeckten. Nach eher bescheidenen Zuwächsen in den vergangenen Jahren zeichnen sich für 2015 und 2016 starke Zuwachsraten ab. Im September 2015 befanden sich landesweit über 120 Windenergieanlagen im Bau. Aktuelle Informationen zum Ausbau der Windenergie im Land sind beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg verfügbar. http://www.energieatlas-bw.de/wind

Die bestehenden Anlagen verteilen sich - entsprechend der Windhöffigkeit - im Wesentlichen auf den Nordosten des Landes, wo großflächig geeignete Flächen vorhanden sind, die einen weiteren Zubau zulassen. Dazu zählen die östliche Schwäbische Alb, wo das bestehende Potenzial bereits vielerorts genutzt wird, sowie weiter verstreute Flächen im Schwarzwald und den angrenzenden Gäulandschaften.

Quelle: BWE-Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg